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Die Schuhmaterialindustrie beschleunigt die „grüne Revolution“: Biobasierte und überkritische Schaumtechnologien werden zu neuen Wettbewerbsschwerpunkten
Während die globalen „Dual Carbon“-Ziele weiterverfolgt werden und das Umweltbewusstsein der Verbraucher zunimmt, durchläuft die Schuhmaterialindustrie eine tiefgreifende grüne Transformation. Seit 2024 beschleunigen sich Forschung, Entwicklung und Anwendung von biobasierten Materialien, überkritischen Schaumverfahren und Recyclingtechnologien bei großen Sportmarken und Materialherstellern erheblich und werden zu einem neuen Wendepunkt im Branchenwettbewerb.
Auf der kürzlich beendeten Internationalen Schuhmesse Jinjiang präsentierten zahlreiche Schuhmaterialunternehmen ihre neuesten Umwelterfolge. Ein bekanntes Schuhmaterialunternehmen aus Fujian stellte ein vollständig abbaubares Sohlenmaterial vor, das auf großes Interesse stieß. Dieses Material wird aus Biomasse wie Rizinusöl und Maisstroh hergestellt und ersetzt herkömmliches erdölbasiertes Polyurethan. Es reduziert nicht nur den CO2-Fußabdruck um etwa 40 %, sondern kann unter bestimmten Bedingungen industriell kompostiert werden, wodurch die Umweltbelastung durch entsorgte Schuhe effektiv verringert wird. Branchenexperten weisen darauf hin, dass die Kosten für biobasierte Materialien in den letzten zwei Jahren um fast 30 % gesunken sind und der Übergang von Konzeptprodukten zur großflächigen Anwendung bevorsteht.
Gleichzeitig definieren überkritische Fluidschaumtechnologien die Leistungsgrenzen von Zwischensohlenmaterialien neu. Im Vergleich zum herkömmlichen chemischen Schäumen bildet dieses Verfahren unter hohem Druck mit Stickstoff oder Kohlendioxid eine mikroporöse Struktur, wodurch die Zwischensohle bei geringem Gewicht eine Rückprallelastizität von über 75 % und eine bessere Haltbarkeit erreicht. Dieses Verfahren, das bisher hauptsächlich bei High-End-Laufschuhen zum Einsatz kam, findet nun zunehmend im Massenmarkt für Sportschuhe Verbreitung. Nach vorläufigen Schätzungen wurden allein im ersten Quartal 2024 in China mehr als 12 neue Sportschuhmodelle mit überkritisch geschäumten Zwischensohlen auf den Markt gebracht, deren Preise zwischen 300 und 1500 Yuan liegen, was eine deutliche Steigerung der Marktdurchdringung bedeutet.
Im Bereich Recycling wurden bei der chemischen Depolymerisation bedeutende Fortschritte erzielt. Herkömmliches mechanisches Recycling kann Verbundsohlen aus unterschiedlichen Materialien nur schwer verarbeiten, während neue chemische Verfahren Abfälle wie TPU und EVA in Monomere zerlegen, die dann zu neuen Materialien mit nahezu jungfräulichen Eigenschaften polymerisiert werden können. Ein Technologieunternehmen aus Guangdong gab bekannt, dass seine Pilotanlage für chemisches Recycling mit einer Kapazität von tausend Tonnen seit über sechs Monaten stabil läuft. Die aus recycelten Materialien hergestellten Sohlen erreichen bei Schlüsselindikatoren wie Abriebfestigkeit und Rückprallelastizität mehr als 90 % der Werte von Neuware und eröffnen damit einen wichtigen technologischen Pfad für geschlossene Materialkreisläufe in der Schuhindustrie.
Auch die Politik zieht weiter nach. Die kürzlich überarbeitete EU-Ökodesign-Verordnung für nachhaltige Produkte stellt strengere Anforderungen an die Rezyklierbarkeit von Materialien und Grenzwerte für Schadstoffe bei Schuhen, die auf den Markt kommen. In China hat der Aktionsplan zur Bekämpfung der Plastikverschmutzung die Zielvorgaben für den Einsatz abbaubarer Materialien in Schlüsselindustrien weiter konkretisiert. Vor diesem Hintergrund haben Marken wie Anta, Li-Ning und Xtep ihre eigenen Fahrpläne für kohlenstoffarme Materialien veröffentlicht, die vorsehen, dass bis 2025 mindestens 25 % der Materialien in ihren Hauptschuhmodellen nachhaltig sein müssen.
Branchenexperten prognostizieren, dass sich in den nächsten drei Jahren Technologiepfade wie biobasierte Materialien, überkritisches Schäumen und chemisches Recycling beschleunigt vereinen und die Schuhmaterialindustrie von einem kostengetriebenen zu einem technologie- und umweltgetriebenen Ansatz bewegen werden. Kleinere und mittlere Hersteller ohne Kompetenzen in der Entwicklung grüner Materialien könnten unter starken Überlebensdruck geraten, und die Branchenkonsolidierung dürfte sich beschleunigen. Für Schuhmaterialunternehmen ist die grüne Transformation längst keine Option mehr, sondern eine existenzielle Notwendigkeit.